die szenekneipe
 
home
termine
location
crew
getränke
küche
sportsbar
presse
links
impressum
bilder
guestbook
contact

altstadt
duisburger str.35
46535 dinslaken

open:
jeden Tag ab
10.oo Uhr

02064-465488
www.ulcus.net

 


wetter dinslaken



die jungs
aus dinslaken

 
Presse News

NRZ 07.05 2007
POETRY SLAM. Elf Dichter und Denker traten im Dinslakener Ulcus an, das Kneipenpublikum im Fünf-Minuten-Takt auf ihre Seite zu ziehen. DINSLAKEN. Mit Spannung erwarteten Slam Master Ben Perdighe und seine Ko-Organisatoren Martin Schreyer und Sascha de Syo die Resonanz auf den ersten DinslaKener Poetry Slam im Ulcus. Mit dem Szenario, dass sich Sonntagabend im Fachwerkhäuschen an der Duisburger Straße bot, hatte keiner gerechnet.

Bis unter die Balken war das alte Gemäuer mit wortversessenen Slam-Fans vollgestopft, die Menschen drängten sich an den Tischen, saßen auf den Stufen, standen in den Gängen. Kein Durchkommen mehr für das Servicepersonal; die ersten Biere blieben im Stau stecken.

Poetisch, alltäglich, philosophisch und absurd

Nun wurde dem neugierigen Premierenpublikum auch Poetisches und Alltägliches, Philosophisches und Absurdes, Performtes und Abgelesenes in beachtlicher Qualitität geboten. Elf Dichter und Denker traten an, das Kneipenpublikum im Fünf-Minuten-Takt auf ihre Seite zu ziehen, darunter erfahrene, selbst als Veranstalter auftretende Slammer aus Duisburg und Dortmund und Szenestars, die sich unter den ersten Fünf der deutschen Bestenwertung tummeln.

Ein immer wiederkehrendes Thema neben der Kneipe als Dreh- und Angelpunkt aller lyrischer Exkurse: der Verkehr. Nicht nur der Zwischenmenschliche, auch der der Deutschen Bahn. Es dauerte, bis alle Teilnehmer eingetroffen waren, zum Schluss galt: Der Letzte wird Erster werden.

Poetry Slams. Orte des Skurrilen, Schrägen, Absurden. Je verschlungener die Gedankengänge, je zündender die Pointen, desto gewisser ist die Zuneigung des Publikums. Raus aus der Enge des Alltags, literarische Form ist dazu da, die Grenzen zu sprengen. Nur Tabus sind tabu.

Zwei Durchgänge lang führte der heute in Aachen lebende Necip. Dichter, Kabarettist, Deutscher mit Migrationshintergrund. Der Türke aus dem Westerwald spielt mit den Klischees, ist bitterböse und liebevoll augenzwinkernd, entlarvt die Absurditäten der öffentliche Meinung und der verborgene Ängste und spricht den Hörern damit ganz offensichtlich aus der Seele. Gerade schreibt er an seinem ersten Roman; der Auftritt in Dinslaken darf als Geheimtipp gewertet werden.

Der Sieger kam mit Pudelmütze

Zum Sieg reichte es jedoch nicht. Den errang im direkten Vergleich Andy Strauß, ein schlaksiger Münsteraner Student mit Pudelmütze. Ob als dauervergifteter Sohn in einem grotesken Märchenwald, als betrogener Ehemann, der erst in die Haut seines Chefs sein Glück findet, den er zu diesem Zweck säuberlich in zwei Hälften teilte, oder als phlegmatisch wirkender Kneipenbukowski, der seine Abenteuer mit der Bikinifrau und ihrem Yorkshireterrier in naiver Tabulosigkeit ausbreitet.

Herrliche Geschichten, performte Sprachakrobatik und ein volles Haus. Der erste Poetry Slam im Ulcus war eine echte Bereicherung für die Dinslakener Kulturszene. Für die Veranstalter steht fest: "Wir wollen weitermachen." Geplant ist jeweils der erste Sonntag des Monats. Obs damit beim 3. Juni bleibt, wird in Kürze unter gegeben.
 
 zurück   l  send to friend  l   print